Der Königsweg zur effektiven Team- und Gruppenarbeit

Als Sechs-oder Siebenjähriger vertraut man noch der Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, meinen Vater und einen Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert ist.
Meine nächste Frage lag auf der Hand:"Und wenn er dressiert ist, warum muss er dann noch angekettet werden?" Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort darauf bekommen zu haben. Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel um den Elefanten und erinnerte mich nur dann wieder daran, wenn ich auf andere Menschen traf, die sich dieselbe Frage irgendwann schon einmal gestellt hatten.
Vor einigen Jahren fand ich heraus, dass zu meinem Glück schon mal jemand so weise gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden: "Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an diesen Pflock gekettet ist."
Ich schloss die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, dass er in diesem Moment schubst und zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz all dieser Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil der Pflock für ihn zu tief in der Erde steckt. Ich stellte mir vor, dass er erschöpft einschläft und es gleich am nächsten Tag wieder probiert, und am nächsten Tag wieder, und am nächsten...
Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt.
Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, dass er es nicht KANN. Allzu tief ist die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis gebrannt. Und das Schlimme daran ist, dass er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.